Jagdausbildung - Jagdbildungungszentrum Bayern

Die Jägerprüfung in Bayern

Voraussetzung für den Jagdschein ist der Nachweis der bestandenen Jägerprüfung. Dazu muss die Jägerprüfung in einem (beliebigen) deutschen Bundesland abgelegt werden. Genauer muss man eigentlich sagen: Die Prüfung muss im Geltungsbereich des Bundesjagdgesetzes abgelegt werden. Jedes Bundesland hat dazu seine eigen Prüfungsordnung und es gibt durchaus Unterschiede bei den jeweiligen Bundesländern. Fairerweise muss man aber festhalten: Geschenkt wird einem der Jagdschein nirgendwo in Deutschland, denn die Anforderungen an eine sichere und waidgerechte Jagdausübungen sind aus guten Gründen sehr hoch. Waidgerecht bedeutet übrigens fachgerecht und verantwortungsvoll. Gerade die hohe Verantwortung im Umgang mit der Jagd wurde den Jägern explizit ins Gesetz geschrieben.

Um nun die Jägerprüfung in Bayern ablegen zu dürfen müssen Sie sich im Laufe Ihrer Jagdausbildung anmelden. Wann es soweit ist, teilen Ihnen Ihre Ausbilder rechtzeitig mit. Das notwendige Anmeldeformular stellen wir Ihnen zur besseren Orientierung auch gleich hier bereit. Aus diesem Formular wird ersichtlich, dass es sich bei der Jägerprüfung um eine staatliche Prüfung handelt. Das bedeutet, dass in Ihrer Prüfungskommission immer auch Vertreter einer staatlichen Behörde - hier der Jagdbehörde - sitzen.

Aus dem Anmeldeformular wird ebenfalls deutlich, dass bestimmte Voraussetzungen für die Anmeldung zu erfüllen sind. So ist eine Anmeldung ohne eine akkreditierte Ausbildungsstätte praktisch nicht möglich. Ebenso müssen verschiedene Ausbildungsergebnisse insbesondere beim Schiessen mit Kurzwaffe, Flinte und Büchse zum Teil nach dem 4-Augen Prinzip dokumentiert werden. Erst wenn diese Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind, wird der Jagdscheinanwärter von der koordinierenden Behörde zur Jägerprüfung zugelassen.

All das mag im ersten Schritt kompliziert klingen, aber keine Sorge: Sie können sich darauf verlassen, dass Sie durch Ihre Ausbilder sicher über alle formalen Hürden in diesem Zulassungsprozess begleitet werden.

Wer darf an der Jägerprüfung in Bayern teilnehmen?

Das Mindestalter für die Teilnahme an der Jägerprüfung beträgt 16 Jahre. Teilnehmen darf, wer zuverlässig und persönlich geeignet ist. In der Regel schließen sich damit beispielsweise Vorstrafen von vorneherein aus. Hintergrund dieser Regelung sind die für deutsche Verhältnisse weitreichenden, aber natürlich für die Jagdausübung notwendigen Rechte im Umgang mit Waffen. Die dritte und letzte Voraussetzung ist die nachgewiesene Teilnahme an einem anerkannten Lehrgang, so wie ihn beispielsweise das Jagdbildungszentrum Bayern anbietet.
Ein Wohnsitz in Bayern ist übrigens nicht Voraussetzung.

Unterlagen zur Anmeldung für die staatliche Jägerprüfung in Bayern

Laden Sie sich die Unterlagen zur Anmeldung direkt bei uns runter.

Kann ich die Prüfungsfragen der Jägerprüfung vorher einsehen?

Wir haben den gesamten Fragenkatalog der bayerischen Jägerprüfung nach Themenbereichen gegliedert für Sie zusammengestellt.

Wesentliche Eckpunkte der Jägerprüfung in Bayern

Alle wesentlichen Eckpunkte der Jägerprüfung finden sie in diesem PDF auf einen Blick

Warum gilt die Jägerprüfung als "schwer"?

Grundsätzlich: Das Bestehen der Jägerprüfung („Grüne Abitur“) ist kein Hexenwerk. Mit einer systematischen  und gezielten Vorbereitung hat jeder Aspirant ausgezeichnete Chancen, diese Prüfung erfolgreich zu absolvieren. Insofern ist der Vergleich mit dem Abitur durchaus angebracht, denn beide Ausbildungswege erfordern eine gewisse Vorbereitung. Das sollte es aber mit den Gemeinsamkeiten dann auch schon gewesen sein. Das Abitur in Bayern braucht 12 Jahre mit täglichem Unterricht – der Jagdschein gerade mal sechs Monate bei 1-2 Ausbildungsabenden pro Woche. Und: Es sind für den Jagdkurs definitiv keinerlei Vorkenntnisse nötig! Unabhängig vom Schulabschluss und der Berufstätigkeit ist der Jagdschein für jeden machbar!

Wie ist der Ablauf der Jägerprüfung?

Die Jägerprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil, einem mündlichen Teil und einem praktischen Teil. Letzterer besteht aus dem jagdlichen Schießen und der Waffenhandhabung. Die Prüfung findet an insgesamt drei Tagen statt, wobei für jeden Teil ein Tag reserviert ist. Die schriftlichen und mündlichen Prüfungsgebiete erstrecken sich auf die folgenden sechs Bereiche:

  • Jagdwaffen, Jagd- und Fanggeräte
  • Biologie der Wildarten
  • Jagdrecht und damit zusammenhängende Vorschriften
  • Wildhege, Jagdbetrieb und jagdliche Praxis
  • Jagdhundewesen
  • Naturschutz, Landbau, Forstwesen, Wild- u. Jagdschadensverhütung

Der schriftliche Prüfungsteil erfolgt im Multiple Choice Verfahren, wobei die Prüfungsfragen grundsätzlich bekannt sind.

Welches sind die schwierigen Bereiche in der Jägerprüfung?

Die schriftliche Prüfung gilt als gemeinhin gut machbar. Circa 1200 Fragen sind bekannt, von denen in der Prüfung hundert Fragen im Multiple Choice Verfahren zur Auswahl kommen. Davon wiederum sind 75% richtig zu beantworten. Vor dem Hintergrund  einer fundierten theoretischen Ausbildung ist diese Herausforderung gut lösbar. Den Fragenkatalog der schriftlichen Jägerprüfung finden Sie auch bei uns.

Im weiteren Verlauf steigt das Anforderungsniveau. Als herausfordernd beschreiben Teilnehmer oft die Bereiche Naturschutz, die Schießprüfung, sowie die Waffenhandhabung. Gerade bei der Waffenhandhabung wird aus nachvollziehbaren Gründen seitens der Prüfungskommissionen in allen Bundesländern eine „Null-Toleranz“ Strategie gefahren. Das ist allgemein bekannt. Das Jagdbildungszentrum Bayern begegnet diesen Herausforderungen sehr erfolgreich durch ein gezieltes und maßgenaues Vorbereitungskonzept.

Welche Vorteile hat es, die Jägerprüfung in Bayern zu machen?

Die Jägerprüfung in Bayern ist heutzutage nicht wesentlich schwieriger als in anderen Bundesländern. Hier hat sich einiges geändert. Die bayerischen Behörden haben spätestens mit der Reformierung der Prüfungsordnung 2007 entscheidend zur Prüfungsgerechtigkeit beigetragen. So wurden etwa alle prüfungsrelevanten Voraussetzungen beim Flintenschießen komplett in die Ausbildung verlagert. Das bedeutet, dass Flintenschießen in Bayern im praktischen Teil nicht mehr geprüft wird. Das ist ein Beispiel einer wesentlichen Erleichterung, die allen bayerischen Jagdscheinaspiranten zu Gute kommt. Ungeachtet dessen genießt die Jagdausbildung in Bayern – ebenso wie das bayerische Abitur – einen hohen Anerkennungswert. Sie werden dies spätestens verspüren, wenn Sie Ihren ersten Begehungsschein beantragen und nach Ihrem Jagdschein gefragt werden.

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