Naturschutz - Jagdbildungungszentrum Bayern

Naturschutzprojekt Waldteich

Im Ökosystem Wald sind Wasserflächen durchaus nichts ungewöhnliches. In gut strukturierten Mischwäldern finden sich häufig kleine Wassertümpel und Teiche. Diese Wasserflächen sind von zentraler Bedeutung für die Erhaltung der Artenvielfalt.

Im Münchener Lehrrevier wurde vor ca. 15 Jahren vom Bund Naturschutz ein künstlicher Teich angelegt. Dieser Teich dient dem Schutz und der Arterhaltung von Grasfröschen, Erdkröten, Berg- und Teichmolchen sowie von Posthornschnecken und verschiedenen Libellenarten, wie z.B. der blaugrünen Mosaikjungfer.

Diese Tiere sind aufgrund von Zersiedelung, Verkehr und Lebensraumvernichtung auf dem Rückzug. Das heißt, ihr Bestand sinkt seit längerem. Diese Tier sind jedoch wichtig für das Ökosystem Wald, da sie viele Schädlinge vernichten. Daher haben auch die ökologisch denkenden Waldbesitzer ein hohes Interesse an der Erhaltung von Feuchtflächen in den Wäldern und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.

Die Vertreterin des Bund Naturschutz in Bayern als Projektverantwortliche, die Bayerischen Staatsforsten als Eigentümerin und das Jagdbildungszentrum Bayern als Maßnahmenträger verbinden mit diesem gemeinsamen Projekt und den damit verbundenen Aktivitäten auch die Hoffnung, daß in diesem Biotop noch weitere Arten zuwandern und eine neue Heimat finden werden.

Maßnahmenkatalog

Der Maßnahmenkatalog zur Erhaltung dieses Feuchtbiotops besteht aus mehreren Aktivitäten, die von Zeit zu Zeit immer wieder kontrolliert und ausgeführt werden:

1. Auslichtung
Über die Jahre hinweg wachsen Waldtümpel immer mehr zu. Damit verbunden ist, dass sich die tägliche Sonneneinstrahldauer immer stärker reduziert wird und irgendwann ganz zum Erliegen kommt. Die Sonne aber ist für die dort heimischen Arten eine Überlebensfrage. So ist z.B. eine gewisse Sonneneinstrahlung während der Laich- und Entwicklungszeit von Amphibien für deren Überleben sehr wichtig.
Durch die periodisch durchgeführte Auslichtung werden u.a. gezielt Bäume gefällt und so das notwendige Maß an Lichteinfall für die Wasserbewohner sichergestellt.

2. Schutz vor Zerstörung
Durch im Wald freilaufende Hunde, aber auch durch nicht informierte Waldbesucher war das Überleben der Amphibien in diesem Teich lange Zeit unsicher. So wurden in der Vergangenheit beispielsweise während der Laichzeit große Teile der Laichschnüre der Amphibien durch unachtsames Betreten zerstört.
Durch das Anlegen von Hecken wird jetzt ein gezielter Sichtschutz der Feuchtflächen erreicht. Aber auch für freilaufende Vierbeiner wird es etwas schwieriger zu den Wasserflächen zu gelangen. Darüber hinaus entstehen durch diese Hecken über die Jahre auch neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Der Bund Naturschutz in Bayern und das Jagdbildungszentrum werden über die Fortentwicklung dieses Projekts an dieser Stelle immer wieder berichten.