Beobachtungsoptik - Jagdbildungungszentrum Bayern

Welche Optik passt zu mir?

Ein gutes Fernglas ist nicht allein durch seine Marke definiert. Es muss zu einem passen!

Zwar stellen Produzenten wie z.B. Leica, Swarovski und Zeiss allesamt Ferngläser der absoluten Spitzenklasse her, doch nicht jedes Glas dieser Top-Marken passt zu einem. Jedes Auge ist anders. Darum sollte man sich beim Kauf nicht im Vorhinein schon auf eine bestimmte Marke fixieren. Der eine kommt mit Leica besser klar, der andere mit Swarovski. Nur der tatsächliche Blick durch die verschiedenen Gläser schafft Gewissheit. Wenn man das Glas in seinen Händen hält und an seine Augen führt, merkt man sehr schnell welche Marke zu einem passt.

Gewisse Faktoren spielen für das Bild beim Blick durch die Optik eine wesentliche Rolle: Randschärfe, Transmission, Sehfeld, Verzeichnung, Abbildungsfehler und Schärfentiefe. Aber die beste Transmission (erreicht durch die Vergütung der Linsen und damit verantwortlich wie viel Licht die Optik passiert und nicht reflektiert wird) als zu messender Wert alleine nützt nichts, wenn die anderen Faktoren nicht passen. Und eine gute Randschärfe z.B. ist nicht immer das Maß aller Dinge. Beim Schwenken des Glases während der Beobachtung kommt manch einer vielleicht mit einer schwächeren Randschärfe besser klar, da das Bild insgesamt ruhiger wirkt. Die verspannte Optik eines sehr kurz gebauten Glases ist auch nicht jedermanns Sache. Für manch einen ist es schwierig da überhaupt ein kreisrundes Bild hinzubekommen. Das Handling des Glases spielt ebenfalls eine große Rolle. Fühle ich mich beim Greifen des Glases wohl oder störe ich mich jedesmal am für mich schwer zugänglichen Mitteltrieb beim Scharfstellen?

 

Worauf kommt es beim Fernglas an?

Hat man dann mal die passenden Marken für sich entdeckt, kann man sich mit Werten wie Vergrößerungszahl und Objektivdurchmesser beschäftigen. Eine hohe Vergrößerungszahl bietet die Annehmlichkeit der besseren Detailerkennung. Doch hat sie auch Nachteile! Diese geht meist zu Lasten eines ruhigen Bildes. Gerade mit zunehmenden Alter wird es bei vielen Menschen immer schwieriger ein Glas ruhig zu halten. Eine kleine Vergrößerung von z.B. 7-fach oder 8-fach bietet unter solchen Umständen ein ruhigeres Bild. Eine 10-fache oder 12-fache Vergrößerung kann bei längerem Beobachten dann schon mal sehr unangenehm werden (eine Außnahme stellt hier die technische Meisterleitung Zeiss 20x60 T* S mit mechanischer Bildstabilisierung dar). Zudem bietet eine kleinere Vergrößerung ein größeres Sehfeld, welches für die schnelle Erfassung von Objekten gut ist.

Der Objektivdurchmesser ist neben der Vergütung der Linsen entscheidend für die Helligkeit des zu sehenden Bildes. Wer hauptsächlich in der Dämmerung aktiv ist sollte den Lichtvorteil eines großen Objektivdurchmessers nutzen. Durch den größeren Lichteinfall bietet ein großer Objektivdurchmesser, wie z.B. ein 8x56, mehr Lichtreserven und erzeugt bei Dunkelheit ein helleres Bild. Wenn man das durch den größeren Objektiefdurchmesser höhere Gewicht in Kauf nimmt hat man ein Glas für alle Fälle. Zwar nimmt die Pupillenweite des menschlichen Auges mit zunehmenden Alter ab und die große Austrittspupille (Durchmesser des Lichtstrahls der das Okular verlässt) eines derartigen Glases kann nicht voll genutzt werden. Doch bietet diese große Austrittpupille den Luxus die eigene Pupillenöffnung darin bewegen zu können ohne Bildfläche zu verlieren.

Für Kunden die Wert auf niedriges Gewicht legen und sowohl beim Pirschen als auch für den Abendansitz nur ein Glas nutzen wollen, bieten Optiken mit erstklassiger Vergütung augesuchter Hersteller interessante Lösungen. Ein EL 8,5x42 von Swarovski oder ein Victory HT 8x42 von Zeiss sind z.B. mit einer derart hochwertigen Vergütung ausgestattet, dass man damit beruhigt auf die Sauenjagd gehen kann. So manches 56er Glas eines Billiganbieters wird damit ausgestochen. Auch auf technische Raffinessen wie ein integrierter Entfernungsmesser muss man bei einem Glas für den Nachtansitz nicht verzichten, denkt man hier z.B. an die Geovid-Serie von Leica.

 

Zielfernrohre

Bei Zielfernrohren verhält es sich ähnlich! Von kleinen kompakten Optiken für die Drückjagd bis hin zu den lichtstarken Riesen mit 56er Objektiv für den Abendansitz ist alles erhältlich. Auf Drückjagden sind sehr kleine Vergrößerungen empfehlenswert, da es hier gilt das Ziel schnell zu erfassen. Ein großes Sehfeld ist somit sehr wichtig. Geht es auf weitere Distanzen, kann eine hohe Vergrößerung von Vorteil sein um dann auch noch kleine Details erkennen zu können. Aber Achtung! Eine hohe Vergrößerung beim Schuss kann sich u.a. in zwei Situationen sehr nachteilig auswirken. Zum einen in der Dämmerung, da das Bild dunkler ist. Eine kleine Vergrößerung liefert hier das hellere Bild. Und zum anderen direkt bei der Schussabgabe, da der Zielstachel bei hoher Vergrößerung sehr unruhig wirken kann. Das Herunterdrehen auf eine kleinere Vergrößerung liefert da oft das bessere Schussergebnis.

Bei den Zielfernrohren insgesamt gilt auch wieder: Nicht jedes Zielfernrohr ist für einen das richtige und nur der Blick durch die Optik schafft Gewissheit. Ein hoher Zoombereich bedeutet auch nicht immer die beste Optik zu haben. Der Zoombereich definiert die Bandbreite der Vergrößerungen. Ein Zielfernrohr z.B. mit 50 mm Objektiv und 3-fach Zoom schafft mit beginnender Vergrößerung von 3 eine Bandbreite bis 9 (3x3), also ein 3-9x50. Ein Zielfernrohr mit gleichem Objektiv aber 6-fach Zoom schaftt dagegen eine Bandbreite von z.B. 2 bis 12 (6x2), also ein 2-12x50! Das Glas mit 6-fach-Zoom scheint jetzt pauschal gesagt das bessere zu sein, verschafft es mir doch mehr Möglichkeiten was die Vergrößerung betrifft. Doch Vorsicht! Bei einem Zielfernrohr mit höherem Zommbereich müssen auch mehr Linsen verbaut werden, wodurch i.d.R. ein größerer Lichtverlust die Folge ist.

Bei Optiken mit der absolut gleichwertigen Vergütung eines Herstellers ist das mit kleinerem Zoombereich lichttechnisch also im Vorteil (die Wahl nach dem Motto "simple is best" kann schon mal richtig sein, wenn man auf hohe Vergrößerung verzichten kann). Die Premiumhersteller am Markt aber schaffen es durch hochwertigste Vergütungen und optimalen Verbau der Linsen diese Tatsache fast gänzlich zu neutralisieren. Zeiss hat hier sicherlich durch die Victory V8 Serie neue Maßstäbe gesetzt. Wer die "eierlegende Wollmilchsau" sucht ist hier sicherlich gut beraten. Die Z6i-Serie von Swarovski oder das Leica Magnus stellen ebenfalls Meilensteine in der Entwicklung mit hohem Zoombereich dar.

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